Ich bin schon immer französische Autos gefahren, darunter fünf einzigartige Citroëns. Meine „französische“ Reise begann 1987 mit einem brandneuen Peugeot 205 XS. 1996 wurde der 205 für meine Familie mit zwei kleinen Kindern zu klein, also suchte ich nach einem größeren Gebrauchtwagen. Etwas, das Spaß machte. Zur Auswahl standen ein Alfa Romeo 155 (V6 oder Q4), ein Citroën XM (V6) oder ein Citroën Xantia.
Meine Wahl fiel auf einen Xantia VSX. Für alle, die das Auto nicht kennen: Er hatte denselben werkseitig eingebauten Motor wie der viel bekanntere und mittlerweile sehr seltene (und teure!) Peugeot 405 MI16. Leider wurde mein VSX von jemand anderem zu Schrott gefahren. Dank der Sicherheitsausstattung hatte ich zum Glück keinen Schaden. Die Versicherung bewertete diesen einzigartigen Xantia zu seinem tatsächlichen Wert. Und das gab mir die Möglichkeit, einen Xantia Activa Turbo CT von einem echten Liebhaber zu kaufen. Ich bin es jahrelang mit großer Freude gefahren.
Ich habe ihn schließlich gegen einen C5 V6 Exclusive mit Automatikgetriebe eingetauscht. Man wird ja auch nicht jünger, und ich hatte es satt, im Stau ständig schalten zu müssen.
Dann kam der Pariser Autosalon. Ich war sofort hin und verliebte mich Hals über Kopf in den C6. Ich wusste in diesem Moment: „Den muss ich haben!“ Aber neu war er für mich unerschwinglich. Also musste ich geduldig sein und warten, bis ich einen als Citroën Select Occasion kaufen konnte.
Das war 2013. Es gibt eine traurige, aber wahre Geschichte darüber, warum der Erstbesitzer ihn in sieben Jahren nur 23.000 km gefahren ist.
Da ich den C6 die ersten Jahre als Alltagsauto nutzte, kaufte ich mir einen zweiten Satz Felgen. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber ich finde, diese 19-Zoll-Adriatique-Felgen vom Citroën C5 (X7) mit 245/40/19 Michelin-Reifen verleihen dem Auto etwas mehr Präsenz. Und sie erfüllen die Spezifikationen zu 100 % (kein Wunder, da der C5 Phase 2 in vielerlei Hinsicht technisch identisch ist). Ich habe die originalen 18-Zoll-Roccastrada-Felgen für Winterreifen verwendet.
Wir hatten einen wunderschönen Urlaub mit unserem „Kreuzfahrtschiff“. Von Barcelona nach Oslo. Wir sind über die französischen Autobahnen geflitzt und haben genauso mühelos auch wegen der präzise Lenkung durch die Hügel der Toskana geschwebt.
Ich genoss es auch, auf dem Rücksitz zu sitzen. Es war so praktisch, dass mein Sohn und meine Tochter schließlich ihren Führerschein machten und wir Eltern uns auf dem Rücksitz pudelwohl fühlten. Ich verstehe, warum der französische Präsident immer noch einen C6 als Dienstwagen nutzt.
Die außergewöhnlichste Fahrt dauerte zwar nur zehn Minuten, ist aber definitiv unvergesslich. Im Frühjahr 2016 hatten die Niederlande die EU-Ratspräsidentschaft inne. Auf dem Weg ins Amsterdamer Stadtzentrum fuhr ich auf eine vielbefahrene Auffahrt des Autobahnrings A10 und reihte mich in eine ganze Kolonne von luxuriösen BMWs, Mercedes und Audis ein. Wie sich herausstellte, waren das die Limousinen der europäischen Staats- und Regierungschefs. Tatsächlich leer. Trotzdem fuhren wir mit 70 km/h unter Polizeieskorte durch Amsterdam, ohne an einer einzigen Ampel anhalten zu müssen. Am Schifffahrtsmuseum fuhr der Konvoi auf das (damalige) Marinegelände. Mein Ziel war nur zwei Blocks entfernt. Ich sah das Gesicht des Motorradpolizisten nicht, der hinter mir fuhr. Aber er muss etwas überrascht gewesen sein, dass ich weitergemacht habe. Anfang 2020 wurde der C6 „in den Ruhestand geschickt“. Seitdem habe ich ihn nur noch als Youngtimer für besondere Anlässe, Clubausfahrten und Roadtrips durch Europa genutzt.
Wir haben inzwischen fantastische 175.000 Kilometer zurückgelegt. Nicht immer problemlos, aber ich habe nie an der Wartung gespart.Jetzt sage ich etwas, das den Leser wahrscheinlich schockieren wird. Nach einem Jahr des Zögerns habe ich mich entschieden. Ich verkaufe den C6 nach 13 Jahren. Fühlt er sich nicht mehr gut an? Ganz im Gegenteil. Jedes Mal, wenn ich ihn fahre, ist es ein fantastisches Gefühl. Die Frage ist nur: „…wenn ich ihn ihm wieder fahre…“ Denn das sind jetzt nur noch ein paar Mal im Jahr. Denn neben diesem C6 und einem Elektroauto für den Alltag besitze ich noch andere Hobbyautos.
Ich bin der Meinung, dass man ein Auto fahren muss, um es wirklich zu schätzen. Und lass ihn nicht länger als 300 Tage im Jahr abgedeckt stehen. Deshalb suche ich einen echten Liebhaber, der noch viele schöne Fahrten damit unternimmt.
Bis dahin werde ich ihn gelegentlich fahren. Und falls ich noch keinen Liebhaber gefunden habe, werde ich am Wochenende in Vorden am 18. und 19. April teilnehmen, um 20 Jahre C6 in den Niederlanden zu feiern.
Und was ist mit dem fünften Citroën? Das war ein ramponierter Xsara Coupé 2.0 16V VTS. Mein Sohn und ich fuhren damit zu sogenannten Charity Track Days auf die Rennstrecke. Wir ermöglichen Kindern mit Krankheiten oder aus dem Förderunterricht einen tollen Tag, indem wir sie in einem schnellen Auto mitnehmen. Ich besitze den Xsara nicht mehr, aber ich habe noch den 2.0 16V XU10 RFS-Motor aus diesem Auto. Er steckt jetzt in einem straßenzugelassenen Rallyeauto: meinem mittlerweile 39 Jahre alten, komplett restaurierten Peugeot 205.


