Tour de la Meuse 2, das Bericht
Tour de la Meuse II, das Bericht

Mittwoch, 13. Mai
Wir hatten uns entschieden, einen Tag früher abzureisen, unter anderem wegen der Organisation der 3. Tour de la Meuse, die dieses Jahr noch stattfindet. So brachen wir am 13. Mai von Dinant auf, wo wir in demselben Hotel übernachtet hatten, in dem auch diese Tour endet. Dadurch erreichten wir als Erste unser Hotel in Verdun und hatten noch genügend Zeit für ein Mittagessen in der Stadt.


Wir gingen am Monument de Victoire am Ende der gleichnamigen Avenue vorbei, wo gerade eine Gedenkzeremonie stattfand. Wenig später marschierten die beiden Soldatenzüge singend durch die Stadt zum Quai de Londres. Die Aufnahmen dazu findet euch auf der Fotoseite.
Zurück im Hotel hatten wir uns strategisch günstig in der Lobby platziert, und etwas später trafen die anderen Teilnehmer ein. Das Wiedersehen war wie immer, überaus herzlich; es war eine Freude, alle wiederzusehen!
Gegen 18:15 Uhr machten wir uns auf den Weg zu unserem Restaurant. Zum Glück konnten wir den kurzen Weg größtenteils mit zusammengeklappten Regenschirmen zurücklegen. Im Restaurant Sherlock war ein separater Raum für uns reserviert, sodass wir ganz ungestört sein konnten! (Nicht, dass wir besonders laut wären, aber so war es wirklich angenehm.)
Das Essen war hervorragend zubereitet und köstlich, und der Service war genauso gut gelaunt wie wir! Nach dem Rückweg zum Hotel stellten wir fest, dass die Freunde bereits zahlreich in der Hotelbar Platz genommen hatten und die Feier bis in die frühen Morgenstunden andauerte. So wie es sich an einem ersten Abend gehöhrt, oder?
Donnerstag, 14. Mai
Nach dem hervorragenden Frühstück begann das Programm. Die Abfahrt vom geschlossenen Hotelparkplatz verlief reibungslos, und nach einer kurzen Fahrt erreichten wir das Mémorial de Verdun, wo glücklicherweise ausreichend Parkplätze für unsere Damen zur Verfügung standen. Das Mémorial, ein Museum, das sich ganz der Schlacht um Verdun im Ersten Weltkrieg widmet, war sehr beeindruckend. Es vermittelte ein gutes Bild dieser äußerst blutigen Schlacht, die 1916 zehn Monate lang zwischen Franzosen und Deutschen tobte. Wir alle wissen inzwischen, dass diese Schlacht in Bezug auf Gebietsgewinne für keine der beiden Seiten etwas einbrachte.
Anschließend war die Fassungslosigkeit über der Irrsinn dieser Schlacht vielen deutlich anzusehen. Dies wurde beim nächsten Halt nur noch verstärkt. Dieser Halt war das Ossuarium, ein besonders imposantes und eher unzugänglich wirkendes Gebäude, das sich etwas weiter auf dem Schlachtfeld befindet. Dort hielt Henny einen Vortrag im Freien, der deutlich machte, warum die Strategie der deutschen und französischen Armeen zum Scheitern verurteilt war und in dieser blutigen und sinnlosen Grabenschlacht mündete. Henny, ein Generalleutnant a.D. der niederländischen Armee, erwies sich als äußerst kompetent indem er – auch mithilfe von Karten –, die Überlegungen der damaligen Generäle zu erläutern konnte, die zu diesem enormen Fiasko geführt hatten. Ich sah tatsächlich einige von uns kopfschüttelnd und entsetzt zu unseren Autos zurückgehen.
Die letzte Station in diesem Kriegsgebiet war Fort de Douaumont, eine massive, größtenteils unterirdische französische Festung. Sie wechselte während der Schlacht übrigens zweimal den Besitzer: von den Deutschen erobert und von den Franzosen zurückerobert. Für uns normale Menschen ist es beeindruckend und kaum vorstellbar, dass ganze Garnisonen in dieser Festung unter ständigem Beschuss monatelang ausharren konnten!

Soviel zur düsteren Kriegsgeschichte dieser Gegend. Den restlichen Nachmittag konnten wir das alles hinter uns lassen und die schönen und köstlichen Seiten Verduns genießen. Zum Glück blieb es einigermaßen trocken, sodass uns ein Stadtbummel, ein Cafébesuch, ein Besuch der Kathedrale Notre-Dame von Verdun oder ein Spaziergang über den Jahrmarkt und zur Zitadelle sichtlich guttaten. Gegen 18:30 Uhr spazierten wir dann von unserem Hotel zum Restaurant Brasserie d'Agnès auf der anderen Maasseite.
Und Agnès war einfach lieb und lecker! Ein gelungener Abschluss dieses ereignisreichen Tages!
Freitag, 15. Mai
So, los geht's! Heute führte uns die Route größtenteils entlang der Maas durch eine wunderschöne Hügellandschaft nach Stenay zum Biermuseum. Ja, tatsächlich, ein Museum, das sich ganz der Geschichte des Bierbrauens widmet. Eine Geschichte, die 12.000 Jahre zurückreicht!
Das Gebäude selbst ist eine große Scheune, die später zur Lagerung von Getreide und Malz für die Bierherstellung umgebaut wurde. Der Besuch war sehr interessant, mit anschaulichen Erklärungen zu den Braumethoden im Laufe der Jahrhunderte. Einziger Nachteil: Man bekommt Durst! Aber da wir im Museumsgasthof zu Mittag aßen, gab es eine große Auswahl an Biersorten – und zwar reichlich! Prost!
Und so machten wir uns auf den Weg zum zweiten Stopp des Tages: dem Filzmuseum. Wie bitte? Genau, Filz. Das Museum befindet sich in der Stadt Mouzon. Filz wird, wie viele wissen, aus Wolle hergestellt. Es handelt sich um ein Material, das wir heute als Vliesstoff bezeichnen – ein Material, das nicht aus gewebten Fäden, sondern durch Kämmen, Pressen und Reiben unter Druck und mit viel Wasser hergestellt wird. Es existiert seit über 8.000 Jahren und wurde ab 1880 in Mouzon produziert. Warum dort? Weil die Maas die nötige Wasserkraft für die schwere Arbeit des Pressens und Reibens sowie das Wasser selbst lieferte! Tatsächlich lebt das Erbe von Alfred Sommers Filzfabrik im heutigen Faurecia fort, das kürzlich in Forvia Faurecia umbenannt wurde und einer der wichtigsten Lieferanten von … Autositzen ist!
Also wurden auch wir zur Arbeit gerufen. Filz herstellen. Wie? Wie bereits erwähnt: Pressen, Kneten, Reiben und vor allem eine Menge Wasser (zum Planschen)! Die Ergebnisse sind beeindruckend! Schau dich die Fotos mal an. Und seien wir ehrlich, wir sind zu Recht stolz auf unsere Leistung!

Erschöpft von dieser anstrengenden Arbeit verließen wir die Produktionshalle; draußen war es kalt, aber trocken, und die Sonne schien! Natürlich, denn dies war der perfekte Moment, den Champagner zu öffnen (okay, es war ein herrlicher Riesling Sekt) und auf das 10-jährige Jubiläum von C6 Friends anzustoßen! Roelofs Auftritt hier als Zeremonienmeister und Meister Korkenknaller war wirklich bemerkenswert! Prost auf die nächsten 10 Jahre!

Müde, aber erfrischt, stiegen wir zurück in unsere eleganten Limousinen, um die letzte Etappe zu unserem Hotel, der Auberge du Port, zurückzulegen. Der Empfang war überaus herzlich und freundlich; wir waren die einzigen Gäste an diesem Abend und belegten buchstäblich jeden Hotelzimmer! Auch das Restaurant und die Bar gehörte uns vollständig. Wir nutzten sie ausgiebig. Es war wirklich wunderbar, so herzlich willkommen geheißen zu werden, inklusive der hübschen Schilder mit dem C6-Logo und der Aufschrift „Bienvenue C6 Friends“ auf den Tischen. Das Abendessen war wieder einmal außergewöhnlich gut zubereitet und köstlich! Und unser Gastgeber scheute keine Mühe, uns jeden Wunsch zu erfüllen! Ein großes Lob gebührt ihm!
Samstag, 16. Mai
Nach einem einfachen Frühstück, das aber mit Abstand die besten Croissants und Pains au Chocolat in ganz Nordfrankreich bot, war es ein wahres Festmahl!
Nachdem wir uns von unserem Gastgeber verabschiedet hatten, brachen wir zum letzten Tag unserer Tour de la Meuse auf. Das bedeutete eine Art Aufteilung für den Tag, da wir die Wahl zwischen zwei Aussichtspunkten an der Maas hatten. Der eine, der spektakulärste, liegt auf etwa gleicher Höhe, aber um dorthin zu gelangen, musste man vom Parkplatz aus etliche Kilometer bergauf wandern. Der andere, eine Kurve weiter flussabwärts auf der anderen Seite der Maas, ist mit dem Auto bis auf etwa 50 Meter an den Aussichtspunkt heran erreichbar. So bildete sich eine Gruppe von echten Bergsteigern neben denjenigen, die es vorzogen, sich vom C6 die schwere Arbeit machen zu lassen! Oben angekommen, konnten wir zwar telefonisch Kontakt zu den Bergsteigern aufnehmen, aber die Entfernung war einfach zu groß, um uns zu sehen.

Die Aussicht von beiden Aussichtspunkten war wahrlich grandios, und in Bogny-sur-Meuse thronte der riesige Ritter Dardennor, ein Kämpfer gegen Ungerechtigkeit, über uns! Ein Gefühl der Geborgenheit!
Leider ereignete sich die einzige Panne unserer Tour gleich während der Abfahrt vom Parkplatz. Henks C6 sprang plötzlich nicht mehr an. Schnell stellte sich heraus, dass der Anlasser defekt war. Henk rief also die ANWB (holländische ADAC) an, die wiederum den Abschleppdienst im Dorf unten alarmierte. Und für französische Verhältnisse ging es dann erstaunlich schnell, denn keine zehn Minuten nach dem letzten Anruf kam der Abschleppwagen den Hügel heraufgerumpelt und fuhr kurz darauf mit dem liegengebliebenen C6 wieder ab – immer ein trauriger Anblick.
Henk und Rennie stiegen zu uns ins Auto, während Lars ihr Gepäck mitnahm. Und so machten wir uns mit den beiden C6 auf den Weg zum letzten Programmpunkt des Tages: den Höhlen von Hastière. Eine wunderschöne Fahrt, größtenteils direkt entlang der Maas. Bei unserer Ankunft an der Höhle wurden wir von einem kläffenden kleinen Hund begrüßt. Nachdem wir dem Besitzer (sowohl des Hundes als auch der Höhle) den Eintritt bezahlt hatten, erhielten wir einen Helm, um die Höhle auf eigene Faust zu erkunden. Der Weg war unübersehbar: Treppen hinunter, Treppen hinauf, und nach etwa 20 Minuten war man automatisch am Ausgang. Ach ja, Ansichtssache. Jedenfalls schützte uns der Helm vor schweren Kopfverletzungen. Das war vorhersehbar, denn die Helme waren schon ziemlich zerkratzt, als wir sie bekamen. Dunkel, nass, steil und rutschig, mit minimaler Beleuchtung, aber dennoch mit wirklich beeindruckenden Stalaktitenformationen. Keine großen, hoch aufragenden, wunderschön beleuchteten Hallen und ordentlich angelegte Wege mit Geländern, sondern pure Natur. Und vielleicht gerade deshalb umso beeindruckender.

Draußen angekommen, war es nur eine kurze Fahrt zum Hotel Pont à Lesse, etwas außerhalb von Dinant. Dort, auf dem Parkplatz, wurden wir von einem anderen Club von Citroën-Fahrern „begrüßt“: den Piloten von Traction Avant Niederlande Club. Anders als erwartet, erwies sich diese Gruppe uns gegenüber als nicht besonders freundlich! Warum? Weil die Aufmerksamkeit von ihren schönen Klassikern abgelenkt wurde? Und das von nicht mal halb so vielen schicken C6-Limousinen? Wer weiß, aber es ist schade, dass es an diesem Abend zu keinen netten Gesprächen mit den Traction Piloten kam.
All das lenkt jedoch vom schönen Abend und dem guten und leckeren Abendessen ab, das uns das Hotel wieder einmal servierte. Auch hier hatten wir unser eigenes Lokal, in dem wir tun und lassen konnten, was wir wollten! Und das wissen wir doch jedes Mal zu schätzen, oder?
Sonntag, 17. mai
An diesem Morgen, nach einem besonders reichhaltigen Frühstücksbuffet (zugegeben, die Croissants konnten nicht mit dem gestrigen mithalten), war es wieder Zeit, Abschied zu nehmen. Ich möchte mich nicht wiederholen; Lest die Berichte der vorherigen C6-Freundes-Touren, dann wisst ihr, dass uns die Wehmut wieder einmal gepackt hat! Partir, c'est mourir un peu.
Schließlich brachten Dick und Wilma Henk und Rennie von Dinant nach Hause; Henks C6 blieb zurück, denn Reparaturen werden in Frankreich schließlich auch nicht samstags erledigt …
Wir sehen uns wieder im Oktober!
